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Der Stein, Bruch und die Zeit

Der Stein, Bruch und die Zeit

Fotografie

2017


im Steinbruch bei St. Margarethen im Burgenland wurden seit 1959 regelmäßig die vom Bildhauer Karl Prantl gegründeten Bildhauersymposien abgehalten. zuletzt im Jahr 2017. die Symposien stellten eine der größten und bedeutsamsten privaten Initiativen für zeitgenössische Kunst und ein wichtiges Moment des Austauschs und der Zusammenkunft von Kunst, Musik und Literatur dar.


heute ist der Steinbruch geprägt von kommerziellen Nutzungen, welche dem Geist der Bildhauersymposien diametral gegenüberstehen: imposante, ja brachiale architektonische Eingriffe erinnern an die Opern-Grossevents, welche jährlich auf dem Areal stattfinden. oder aber VW testet gerade die neueste Flotte von ‚Commercial Vehicles’ auf den staubigen Strassen des Steinbruchs.


irgendwo dazwischen fand ich noch zwei unbemannte Sägen, die stundenlang von Wasser gekühlt durch die Steine tanzten. und längst vergessene Steinmetzarbeiten, die von einem Burgenland erzählen, das einst am Meer lag. der Lärm der Kleintransporter, die etlichen Wegweiser und Flaggen erzählten jedoch eine neue, laute Geschichte von Markt und Gewinn und Event. eine Geschichte, die sich alles Gewachsene, alles Gewordene einverleibt und zu ‚Nutzen‘ macht. eine Geschichte, welche sich als die einzig wahre ausgibt.

Workshop und Performance ‚Bewegende Begegnungen‘ im Bildhauerhaus St. Margarethen